
- DEL-Saison 2011-2012: Volle Halle in München - EHC München
Es geht eng zu im Mittelfeld der DEL-Tabelle: Drei der vier Teams auf den Pre-Play-Off-Rängen sieben bis zehn sind nur durch einen Punkt getrennt. Den siebten Platz belegt derzeit der EHC München, was in etwa den Erwartungen entspricht. Bleiben die Münchner von einem ähnlich großen Verletzungspech wie in der letzten Saison verschont, haben sie aber durchaus das Potenzial, die direkte Play-Off-Qualifikation zu erreichen. Größtes Manko scheint beim EHC derzeit das Toreschießen zu sein: Nur 83 Treffer gelangen den Münchnern, der schlechteste Wert in der oberen Tabellenhälfte. In Überzahl sind die Münchner hingegen so effizient wie kaum ein anderes DEL-Team, auch wenn Martin Buchwieser, Shooting Star der letzten Saison, nicht ganz an seine außergewöhnlichen Leistungen anknüpfen kann.
Dafür übernehmen die Routiniers wie Julien, Schneider oder die beiden Neuzugänge Jason Ulmer und Klaus Kathan Verantwortung. Aber auch sie konnten nicht verhindern, dass der EHC München nur vier seiner elf Spiele nach Verlängerung oder Penalty-Schießen gewann. Satte sieben Punkte ließen die Münchner so (maximal) liegen.
Nicht viel los am Rhein: Zahnlose Kölner und Düsseldorfer Achterbahnfahrten
Noch ein Tor weniger als München haben die Kölner Haie erzielt. Ein Grund dafür ist das noch deutlich ausbaufähige Überzahlspiel der Haie, und ein Gegentorschnitt von 2,63 bei Stammtorwart Danny aus den Birken. Bei der dürftigen Offensiv-Ausbeute sind das schlichtweg zu viele Gegentore. Offenbar dauert es noch ein wenig, bis die Spieler das System von Ex-Nationaltrainer Uwe Krupp verinnerlicht haben.
Auf- und Absteiger in einem sind Kölns rheinische Rivalen: Im Herbst 2011 waren die DEG Metro Stars noch das Team der Stunde, doch danach folgte der Einbruch: Mehr als einen Monat, vom 22. November bis kurz vor dem Jahreswechsel, blieben die Düsseldorfer in elf Spielen ohne Sieg – und wurden zur Schießbude der Liga mit 112 Gegentoren. Erst am 30. Dezember gelang der lang ersehnte Sieg gegen den Letzten aus Nürnberg, am folgenden Spieltag gab es immerhin noch einen Punkt in Ingolstadt, den man sich mit einem Comeback nach 0:3 Rückstand nicht unverdient sicherte. Auch finanziell drücken offenbar Sorgen: Der Zuschauerschnitt blieb auch während der Aufholjagd hinter den Erwartungen zurück, von der Krise zum Jahresende ganz zu schweigen. Die Rettung könnte jedoch aus unerwarteter Richtung kommen: Angeblich soll Campino von den Toten Hosen bereit sein, den Verein mit einer größeren Summe zu unterstützen.
Bissige Augsburger lassen die Hoffnung auf Play-Off-Bärte sprießen
Derlei finanzielle Zuwendung scheinen die Augsburger Panther nicht nötig zu haben: Immerhin gelang es ihnen, AEV-Topscorer Sergio Somma und den ebenfalls starken Neuzugang Mario Valery-Trabucco frühzeitig für jeweils ein weiteres Jahr zu binden – und das trotz des bekannten Augsburger Sparzwangs, der dieses Jahr offenbar auch die Torproduktion erfasst. 77 Tore sind alles andere reichlich, aber da sich im Gegensatz zur vergangenen Saison auch die Gegentore mit 83 sehr in Grenzen halten, haben die Panther ihre Play-Off-Chancen bislang gewahrt.
An Einsatz und Bissigkeit mangelt es zudem nicht, wie die spektakulären Faustkämpfe von Sean O’Connor nach nur vier (!) Sekunden im Derby gegen Ingolstadt am zweiten Weihnachtsfeiertag, nochmals Sean O’Connor und Chad Bassen im „Volle Halle“-Spiel gegen München und zuletzt Peter Flache gegen Scorpion Eric Regan gezeigt haben. Wenn nun ein verbessertes Powerplay – mit 15,5 Prozent Effizienz liegt man ligaweit im letzten Drittel in dieser Wertung – und eine konsequentere Chancenverwertung hinzukommen, sollte es klappen, dass in Augsburg im Frühjahr nicht nur die Blumen, sondern auch die Play-Off-Bärte sprießen.
